21.5.2012   deutsch / english
Ausdrucken der Folien
Das Ausdrucken der Naßschiebefolien gliedert sich in 2 Bereiche: das Ausdrucken als solches und das anschließende Versiegeln.

Ausdrucken:

Beim Ausdrucken der erstellten Motive ist eigentlich nicht viel zu beachten. Ein paar Tips:
  • Die Herstellerangaben sollten möglichst beachtet werden, damit man ein sauberes Druckbild erhält.
  • Immer 'frische' Folien verwenden, d. h. sie nach dem Einkauf bald verarbeiten, da alte Folien schwerer die Tinte aufnehmen. (Und Fingerabdrücke vermeiden!)
  • Meistens ist es ratsam, sich eine genügende Anzahl an Motiven zu drucken, damit man genügend Ersatz für Fehlversuche hat.
  • Muss man doch mal ein paar Motive nachdrucken, so empfiehlt es sich, die gleiche Tinte vom selben Hersteller zu nehmen, damit es nicht zu großen Farbabweichungen kommt.
  • Für ein sauberes Druckbild (vor allem bei Tintenstrahldruckern) empfiehlt es sich, von Zeit zu Zeit den Druckkopf nach Anweisungen des Druckerherstellers neu zu justieren.

Nach dem Ausdrucken der Naßschiebefolien müssen diese versiegelt werden, damit die Druckfarbe beim Anbringen nicht weggewaschen werden kann.

Versiegelung der ausgedruckten Naßschiebefolien:

Abhängig vom verwendeten Druckverfahren und den zugehörigen Basisfolien ist die Versiegelung des Ausdrucks mehr oder wenig zwingend.

a) Tintenstrahldrucker
Nach dem Ausdruck müssen die mit dem Tintenstrahldrucker erstellten Schiebefolien mit Klarlack versiegelt werden. Den geeigneten Lack gibt es im Fachhandel, der auch die Basisfolien vertreibt. Der Auftrag sollte zum Erzielen bester Ergebnisse in mehreren dünnen Schichten mit der Spritzpistole erfolgen. Dabei ist vor allem darauf zu achten, dass der erste Auftrag nur hauchdünn erfolgt, damit die Druckfarben am Rand nicht verlaufen. Die genaue Anzahl der Aufträge ist durch Versuch zu ermitteln und abhängig von den verwendeten Materialien. Ein zu geringer Auftrag versiegelt die Folie nicht ausreichend und die Druckfarben werden beim Aufbringen der Schiebebilder auf das Modell vom Wasser angelöst, zu viel Klarlack trägt zu sehr auf und macht die Folien sehr stark sichtbar, was sicher nicht erwünscht ist. Die Vor- und Nachteile sind von Fall zu Fall abzuwägen. Es ist nicht immer leicht, die optimale Versiegelungsdicke im Vorraus zu ermitteln. Am besten hierzu Vorversuche machen und ein Probedecal auf dem Modell anbrigen.
Ist die Versiegelung zu dünn (und hierbei ist nicht gemeint, dass sich die Farbe im Wasser auflöst - so viel Schutzlack sollte auf jeden Fall aufgetragen werden, damit das nicht passiert), erscheint das Decal "rissig", d.h. es sieht wie ein ausgetrocknetes Flußbett aus. Aussderdem quillt es auf und verliert so seine Maßhaltigkeit.
Ist die Versiegelung zu dick, rollt sich das Decal beim Aufbrigen vom Modell weg und läßt sich nur mit sehr viel Weichmacher auf das Modell bringen. Da in diesem Fall zuerst die Kanten kleben, sind Lufteinschlüsse kaum zu vermeiden.
Selbstverständlich kann anstelle mit einer Spritzpistole auch mit einem weichen Haarpinsel versiegelt werden. Allerdings hat hierbei der erste Auftrag mit sehr viel Behutsamkeit zu erfolgen: nur ein (!!) Pinselstrich mit ausreichend getränktem Pinsel, ansonsten besteht die Gefahr, dass die Druckfarbe mit dem Pinsel verwischt wird.

b) Thermotransferdrucker
Auch wenn vom Druckprinzip her hier keine Versiegelung im eigentlichen Sinn notwendig ist, macht ein schon einmaliger Auftrag mit Klarlack durchaus Sinn: die extrem dünne Trägerfolie wird verstärkt und für die weitere Verarbeitung belastbarer gemacht.

c) Laserdrucker
Hierzu liegen z. Zt. noch keine Erkenntnisse vor, doch ist anzunehmen, daß das zuvor gesagte hier ebenso gilt.

Für alle Druckverfahren ist nach der Devise "So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich" zu verfahren. Hier hilft nur "Ausprobieren" und das richtige Gespür selbst entwickeln.

Ein Folienvertreiber gibt in seinen Verarbeitungshinweisen an, das Modell vor Aufbringen der Naßschiebebilder mit Klarlack zu grundieren. Dadurch sollen die Schiebebilder nach der Endlackierung nahezu unsichtbar sein. Wir konnten in diesem Punkt allerdings keinen Unterschied zu den Modellen erkennen, die nicht mit Klarlack grundiert wurden. Gegen einen nicht zwingend notwenige Grundierung spricht der zusätzliche Aufwand und möglicherweise ist aber dieser Aspekt produktabhängig, so dass hier jeder selbst den Versuch machen sollte. Die zur Versiegelung der Schiebebilder angebotenen Klarlacke auf Lösungsmittelbasis sind zur Grundierung nicht geeignet, da sie eine schon aufgebrachte Lackierung oder den Tampondruck anlöst und zerstört.